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„Einmal im Leben kann man das schon machen, aber des reicht dann auch"
Geschrieben von harry-funsel am Mittwoch, 27. September 2017

… so kam es einem Tour Teilnehmer nach der langen, anstrengenden Fahrt "Mühldorf-Riva" über die Lippen J


Eigentlich hat´s mich schon lang g`juckt, ob denn diese Tour im „Grandpa-Alter“ noch mal zu machen ist.

Tja, mit jedem Lebensjahr saugt´s dir natürlich mehr und mehr an „Wadenschmalz“ aus den Haxn. Also wenn, dann bald!

Jetzt Ende September wollten wir´s packen, obwohl natürlich von Anfang an ein kleiner Malus für dieser Langstreckenfahrt nicht zu übersehen war.

Für die vielen, vielen Kilometer war eigentlich die Tagesstunden schon zu kurz und die Frühtemperaturen zu kalt. Aber wie heißt´s so schön „nur wer wagt, gewinnt!“

 

So mancher geneigter Leser mag sich wohl fragen, ob denn mehr als 400km, durch 3 Länder und über die Alpen nicht übertrieben und verrückt sind und ob´s überhaupt mitfahrwillige Radler beim LG gibt, „die sich sowas antun wollen“!

Oder mit den Worten des Kabarettisten Gerhard Polt:

 

Ja, muas des sei …

Gäh …

Braucht´s des …

Gäh …

Braucht´s daas?!

Ja, braucht´s des wirkle!?“

 

Tja, ich kann nur folgendes berichten.

Nach dem ersten Ankündigungsmail von Harry, Dieter und Vitus fanden sich innerhalb weniger Tage, 14 mitfahrwillige Radler ein! Wow!

Von denen schließlich 8 Sportfreunde plus ein Stützpunktfahrer im Kleinbus für die Heimfahrt Platz fanden.

 

Um 23.40 Uhr schaltete ich die Radellampe ein, Rucksack über die Schulter und zusammen ging´s mit Sohnemann Oliver zum Treffpunkt Innbrücke in Mühldorf. Nahezu zeitgleich traf die erweiterte Mettenheimer /Emplinger Clique hell beleuchtet mit Vitus, „Tschörmen“, Dieter, Arndt und Boris am Treffpunkt ein. Miller Tom, 12 km aus Altötting anpedalliert, komplettierte die illustre Gruppe.

Die Stimmung war gut, die Nacht (noch) nicht zu kalt und so ging´s relativ lustig und entspannt mit 8 hellen Scheinwerferkegeln gen Englsberg, Seeon, Richtung Prien.

In Prien, nach 3 Stunden, der erste und einzige Platten der Tour! Ab der Auffahrt Sachrang und spätestens nach der Abfahrt in´s Inntal „knabberte“ die jetzt auf 4°C gesunkene Außentemperatur an den Kräften des LG/SC Haag-Trosses. Gegen die ganz normale Müdigkeit ankämpfenden schälten sich auf Höhe Zillertal, nach fast 7 h Nachtfahrt, die ersten Bergumrisse des Rofan-Gebirges aus dem Einheitsdunkel.

Kurz vor der Auffahrt zum Brenner, endlich, die erste mehr als verdiente Pause an einem Tankstellenkiosk, bei der auch „Bäda“, unser Stützpunktfahrer schon geduldig auf uns wartete.
„Sturzcappuccino, zwei, drei Bananen, Radellampe abmontiert, Wintersachen gewechselt, Schokoriegel, kleiner Ratsch mit Bäda und schon ging´s ab „in die Berge“.
Lange 35 km schlängelte sich die Römerstrasse im östlichen Wipptal, hinauf zu unserem nächsten Treffpunkt mit Bäda und Versorgungsbus am Brennerpass. Bereits nach den ersten Kehren tankten wir jetzt, bei noch immer frischen Temperaturen, Sonne und eine mehr als imposante Rundsicht auf die überzuckerten Berge ließen endlich „Tourenfeeling“ aufkommen. Allerdings waren wir nach kalten 200 Kilometern und etlichen Höhenmetern doch schon ganz schön angeschlagen. An den letzten, steileren Abschnitten am Brenner zeigte uns Dieter noch ein Marterl am Wegesrand, das zu unserer momentanen Gefühlslage passte. In großen Lettern prangte in Stein gehauen „Oh Maria hilf“!!

Der bereits wartende Bäda sammelt uns müde Gestalten alle nacheinander am Brenner ein, reichte alkoholfreies Weißbier und hatte auch schon Sitzplätze an der hiesigen Pizzeria „angemietet“. Perfekt!!

Nach 40 Min Sonne, Pasta, Cappuccino und Aperol klickten wir optimistisch wieder in die Pedale ein. Es galt 1 Stunde Zeitrückstand gegenüber Plan aufzuholen. Aber das ganze jetzt bei angenehm warmen Temperaturen und in luftigeren Radlklamotten und „tendenziell“ 100km leichter Bergabfahrt bis Bozen.

Tja, soweit der Plan, leider summierten sich Umziehpausen, Bieselpausen, eine „Harry-ante (= Verfahrer :-)), ein schmerzhafter Sturz von Oliver wegen einer unachtsamen Fußgängerin und nachlassende Kräfte bei einem Bike Freund nachteilig auf.
Zusätzlich nahm der schon erwartete Gegenwind im gesamten Eisacktal und auch später im Etschtal enorm zu. Statt einem angepeilten Schnitt von 29 -30 km/h waren wir deutlich langsamer unterwegs.

Triathlet Tom umriss kurz vor Bozen als erster die Situation, als er uns alle eindringlich wachrüttelte: „Bei diesem Tempo, kommen wir erst mitten in der Nacht in Riva an!“.

Dieses Statement zeigte Wirkung. Irgendwie ergab sich dann langsam ein gemeinsamer Faden. Gegen 17.00 Uhr passierten wir Bozen und spätestens von da an „flutschte“ der LG-Tross. Endlich wurde im anvisierten Zieltempo mit kräfteschonenden Durchwechseln gefahren. Der letzte Stopp bei Bäda und Stützpunktbus auf der Höhe von Neumarkt sah uns zwar noch bei Sonne, aber schon mit langen Schatten.

Im gleichen Maß wie jetzt nach Trento in der Abenddämmerung die Temperaturen fielen, erging´s auch unserer Stimmung und auch unserer Reisegeschwindigkeit.

Die letzten 40km, jetzt leider wieder in stockdunkler Nacht wollten kein Ende nehmen. Passo San Giovanni - kurz vor Riva -nahmen wir ausgehungert und müdegeradelt gegen 22.00 Uhr.

22.20 Uhr Hotel, Bäda der uns einwies, Gepäck schon auf den Zimmern, Duschen, Pizza gegen 23.30 Uhr!

Ein strahlend blauer Himmel grüßte uns am nächsten Tag beim gemeinsamen Frühstück.

Obwohl wir alle erst spät nach Mitternacht in die Federn gehüpft waren, sah ich alle Radelkumpane bestens aufgelegt und relativ frisch um´s Buffet kämpfen.
Laut Tourenplan wollten wir zeitig Riva verlassen um am Nachmittag zuhause „aufzuschlagen“.

Irgendwie war aber keinem danach, so schlenderten wir gutgelaunt zum See, anschließend auf Boris Vorschlag zur „Moby Dick Bar“. Der Cappuccino war vorzüglich, der Aperol noch besser.

Erst nachdem wir auch noch in´s Quasseln und Shoppen vertieft gemeinsam Mittag gegessen hatten packten wir unsere 7 Sachen und ließen uns von unseren Chauffeuren, Tom und Bäda, gen Heimat „shippern“.

 

Für mich und ich denk auch für meine Mitfahrer, war es trotz der kräftezehrenden Tour, auch wegen der kunterbunten, harmonischen Gruppe, des „rundumsorglos Paketes von Bäda“ – die trotz leistungsmäßigen Unterschieden, gemeinsam das Ziel erreichte - eine unvergessliche Reise.

 

 

„Einmal im Leben kann man das schon machen, aber des reicht dann auch“ (O-Ton German)

Irgendwie kann ich mich mit diesem eingangs erwähnten Satz dann doch nicht so ganz wiederfinden. Ob nicht eine ähnliche Tour aus meiner Jugendzeit nicht auch noch mal gefahren werden will.

Da war doch noch eine aus dem Jahr 2001:

 

„Töging bis zum Mittelmeer in 2 Tagen“.

 

Mal schaun, ob ich da wohl Mitfahrer finden werde :-)

 

 

Harry

Fotos werden demnächst online gestellt!

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